Beispiele

Hier findest du einige Beispielreden, damit du dir ein Bild von meiner Arbeit machen kannst. Ich möchte darauf hinweisen, dass die darin vorkommenden Namen in keinem Fall die Namen meiner Kunden oder ihrer Angehörigen darstellen, sondern durchweg meiner Fantasie entstammen.

Hochzeitsreden

Liebe Hochzeitsgäste,

ich gestehe, dass ich unglaublich nervös bin. Das Einzige, was mich ein wenig beruhigt, ist der Gedanke, dass es keine Rolle spielt, wie sehr ich mich bei meiner Rede blamiere. Sobald wir nämlich zum Brauttanz kommen und ihr mich tanzen seht, wird euch jede vorangegangene Peinlichkeit vernachlässigbar erscheinen.

Obwohl ich in den nächsten Minuten also eigentlich Narrenfreiheit genieße, will ich einige Dinge loswerden, die mir auf dem Herzen liegen. Zuallererst: Danke an euch alle – sowohl für eure großzügigen Geschenke als auch dafür, dass ihr gekommen seid. Ihr macht diesen für Julia und mich so bedeutenden Tag endgültig unvergesslich. Ich hoffe, ihr genießt den Abend.

Besonderer Dank gebührt außerdem meinem Trauzeugen Leon. Im Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen hast du mir erneut gezeigt, warum ich dich seit mehr als zehn Jahren meinen besten Freund schimpfe. Vielen Dank auch, dass du über die Jahre nicht müde geworden bist, mir immer wieder vor Augen zu führen, was für ein mieser Tänzer ich bin – ohne dich hätte ich mich möglicherweise überhaupt nicht überwinden können, diese Rede zu halten.

Des Weiteren will ich mich ausdrücklich bei Gerhard und Nadja, meinen Schwiegereltern, bedanken. Ich weiß zu schätzen, wie herzlich ihr mich in eure Familie aufgenommen habt – vor allem, da mir bekannt ist, wie sehr ihr auf das Wohl eurer Tochter bedacht seid.

Ja, und dann will ich selbstverständlich noch ein paar Worte an ebendiese Tochter richten:
Liebe Julia, als ich dich am 17.08.2014 das erste Mal gesehen habe, stockte mir der Atem. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge, der nicht so recht wusste, wie er sich verhalten sollte. Viele Monate später erfuhr ich, dass du meine Unbeholfenheit irgendwie süß fandest. Spätestens da war mir klar, dass du die Richtige bist.
Heute Morgen, als ich dich in diesem umwerfenden Kleid erblickt habe, blieb mir erneut der Atem weg – und spätestens angesichts meiner Rede war ich wieder der unsichere kleine Junge. Ich fasse das als gutes Zeichen auf. Im Grunde brauche ich aber gar keine Zeichen, denn noch nie in meinem Leben war ich mir bei einer Sache so sicher.

Julia, du bist die liebevollste, witzigste, loyalste, ehrlichste und mit Abstand attraktivste Frau, der ich jemals begegnet bin. Ich will dir fortan zur Seite stehen und stets zu dir halten, will mich immer wieder in dich verlieben und gemeinsam mit dir alt werden. Ich will jeden Weg mit dir gehen, ganz egal, wohin er führt. Zusammen mit dir will ich unser gemeinsames Leben entdecken. Und weißt du, was? Sollen sie doch lachen – jetzt will ich mit dir tanzen. Darf ich bitten?

Verehrte Gäste,

nachdem Mark mich gebeten hatte, auf der Hochzeit sein Trauzeuge zu sein und ein paar Worte an die Anwesenden zu richten, habe ich lange überlegt, was ich sagen könnte. Doch egal, womit ich ankam, er meinte: „Christoph, hör auf, dir irgendwelche Ausflüchte aus den Fingern zu saugen und setz dich stattdessen endlich an deine Rede!“ In diesem Sinne: Mein Name ist Christoph und ich bin der Trauzeuge.

Ich kenne Mark bereits seit unserer Jugend und gemeinsam haben wir eine Menge erlebt. Wir haben zusammen gefeiert, uns die Nächte um die Ohren geschlagen und sind mit quasi leeren Taschen durch Europa getingelt. „Abenteuerlich“ scheint mir das passende Wort zu sein. Ihr dürft mir glauben, dass es da so manche Geschichte zu erzählen gäbe, die euch umhauen würde – weil Mark und Lucia allerdings vorhaben, ihre Flitterwochen in Frankreich zu verbringen und ich keinesfalls riskieren möchte, dass unserem frisch gebackenen Ehemann die Einreise verweigert wird, behalte ich diese besser für mich.

Unmöglich für mich behalten kann ich jedoch Folgendes: Zu sehen, wie gut du, liebe Lucia, Mark tust, berührt mich zutiefst. Ganz egal, wie viele spektakuläre Abenteuer dein Mann und ich auch erlebt haben, ich habe ihn noch nie so glücklich gesehen. Ich kann es ihm aber auch nicht verübeln. Nein, mein Guter, du hast da schon einen bemerkenswerten Fang gemacht.

Sieh sich einer diese Frau an: wunderschön, intelligent, zuvorkommend und humorvoll – und dann sieh sich einer Mark an …

Spaß beiseite. Ich war an dem Abend dabei, als ihr beide euch kennengelernt habt. Ihr wart definitiv nicht die Einzigen, die schnell spüren konnten, dass zwischen euch eine Verbindung besteht – und ich schwöre, ich hätte das sogar wahrgenommen, hätte mich Mark auf dem Heimweg nicht pausenlos von „dieser Frau“ zugetextet.
Drei Jahre ist besagter Abend nun her. Drei Jahre, in denen ihr schließlich entschieden habt, eurer restliches Leben miteinander zu verbringen.

Tja, mein lieber Mark, deine Zeit als Junggeselle ist nun vorüber. Aber das ist kein Grund, Trübsal zu blasen. Im Gegenteil. Ich glaube, vor dir liegt das größte Abenteuer deines Lebens. Und weißt du, was? Ich gönne es dir von Herzen. Es war mir eine Ehre, dich auf deiner Reise bis hierhin zu begleiten – und ich werde weiterhin zur Stelle sein, wenn du mich brauchst. Trotzdem ist das ab sofort eure Reise. Ich spreche wohl im Namen aller, wenn ich euch nur das Beste wünsche. Ich freue mich außerdem, heute gemeinsam mit euch feiern zu dürfen. Lucia und Mark, ihr habt da etwas Besonderes. Schön, dass ihr euch gefunden habt.

Geburtstagsreden

Sehr verehrte Gäste,

ich kenne unser Geburtstagskind nun schon eine ganze Weile – aber gut, ist ja auch mein Vater. Gerade deswegen freut es mich übrigens besonders, heute diese Rede halten zu dürfen. Es kommt ansonsten nicht allzu häufig vor, dass ich es bin, die spricht, und er die Rolle des Zuhörers übernimmt. Diesen Moment möchte ich unbedingt auskosten. Lasst mich euch eine kleine Geschichte erzählen:

Es war einmal ein junges Mädchen namens Alina, das mit ein paar neuen Freunden im Wald unterwegs war. Irgendwann jedoch war von den angeblichen Freunden nichts mehr zu sehen. Alina dachte, sie hätte sich verlaufen und versehentlich von der Gruppe entfernt, doch als sie nach den anderen rief, reagierte niemand. Schließlich wurde ihr klar, dass man sie mit Absicht in den Wald gelockt und dort zurückgelassen hatte.
Allmählich wurde es dunkel und das Mädchen begann zu weinen. Als in der Ferne auf einmal ein Leuchten zu sehen war, durchfuhr sie eine Mischung aus vorsichtiger Erleichterung und bitterer Angst. Dann aber hörte sie die vertraute Stimme ihres Vaters ihren Namen rufen und alle schrecklichen Gefühle waren mit einem Schlag verschwunden.

Lieber Papa, in den 27 Jahren, die wir bisher miteinander verbracht haben, konnte ich mich immer auf dich verlassen. Du warst für mich da, wenn ich ganz alleine war.
Doch nicht nur das: Wenn ich nicht weiterwusste, hast du mir die Richtung gezeigt. Ja, dein Rat war mir gewiss – sogar dann, wenn ich gar nicht danach gefragt hatte. Aber das ist in Ordnung.

Auch dass wir nicht durchweg einer Meinung waren, ist okay. Eines muss man dir nämlich lassen: Egal, wie lautstark ich hin und wieder daran gezweifelt habe, meistens hattest du recht. Nicht immer – das möchte ich betonen –, aber meistens. Du hast mich vor so mancher Dummheit bewahrt und dafür bin ich dir dankbar. Vor so mancher Dummheit hast du mich auch bewusst nicht bewahrt, doch dafür bin ich dir ebenso dankbar. Es gibt Erfahrungen im Leben, die muss man selbst machen. Das hast du mir beigebracht. Und du weißt, wovon du sprichst, denn Erfahrung konntest du in deinem Leben zur Genüge sammeln.

Du hattest es oft nicht leicht. Zwar kann ich von deinen ersten 33 Lebensjahren nur aus dritter Hand berichten, doch Krankheit und der Verlust geliebter Personen prägen. Dennoch bist du standhaft geblieben und ein Mensch geworden, von dessen Lebensmut und Energie sein komplettes Umfeld zehrt. Lieber Papa, du bist einer der beeindruckendsten Menschen, denen ich jemals begegnet bin. Ich könnte mir keinen besseren Vater vorstellen. Und wenn ein Kind so etwas sagt, hat man gewiss eine Menge richtig gemacht.

Von ganzem Herzen wünsche ich dir alles Gute zu deinem 60. Geburtstag. Ich wünsche dir, dass jeder einzelne deiner Wünsche in Erfüllung geht und ich wünsche dir Gesundheit.
Auch mir wünsche ich etwas, wenn das gestattet ist. Ich wünsche mir, dass du so bleibst, wie du bist. Mit all deiner Güte, deinem Verantwortungsbewusstsein und mitsamt deiner Eigenarten. Eigentlich sogar besonders mitsamt deiner Eigenarten, denn ohne die wärst du nicht du – und das wäre schade. Papa, ich hab dich lieb!

Guten Abend zusammen,

mir wird heute die Ehre zuteil, ein paar Worte sagen zu dürfen. Wie es dazu kam? Habt ihr schon einmal versucht, der reizenden Maria einen Wunsch auszuschlagen? Eben.
Ich wette, ihr seid froh, dass es mich getroffen hat. So könnt ihr jetzt nämlich entspannt an euren Tischen sitzen und darauf warten, dass der Kerl hier vorne sich verhaspelt.

Wie dem auch sei. Während der Vorbereitungen für diese Rede habe ich mich gefragt, was ich denn überhaupt erzählen könnte. Dass unser werter Reiner heute 50 wird, dürfte allen bekannt sein – oder ist jemand versehentlich hier gelandet? Falls ja, das da drüben ist Reiner. Vielleicht stellt ihr euch nachher einfach mal vor.

Aber im Ernst, jeder hier weiß, dass Reiner ein unfassbar zuverlässiger und ehrlicher Mann ist. Dass er nicht auf die Schnauze gefallen ist, dürfte ebenfalls kein Geheimnis sein. Genauso wenig wie die Tatsache, dass ein Beisammensein oft erst durch seine Anwesenheit unvergesslich wird. Reiner ist ein fürsorglicher Vater, ein fantastischer Ehemann und ein toller Lehrer. Ein Großteil seiner Schüler würde mir da jedenfalls zustimmen … und bestimmt nicht nur die, die auf der Kippe stehen. Doch das ist alles bekannt.

Was könnte ich also sagen, was nicht schon jeder weiß? – „Na ja“, dachte ich mir, „meine ganz persönlichen Gedanken würden sich da anbieten.“

Für mich ist Reiner der Inbegriff eines besten Freundes. Er bereichert mein Leben mittlerweile bereits seit über 30 Jahren und ich bin unglaublich dankbar, ihn kennengelernt zu haben. Was wir gemeinsam erlebt haben, ist schlicht und ergreifend der Wahnsinn. Es gäbe da Geschichten, die würdet ihr nicht glauben. Niemand würde das. Aber das ist nicht wichtig, denn er und ich, wir beide wissen, dass sie wahr sind. Und nur wir beide müssen das wissen, denn es sind unsere Geschichten.

Ganz egal, was ich für ein Problem hatte, seine Hilfe war mir gewiss. Wir haben gemeinsam die Schule absolviert und an derselben Uni studiert. Wir haben Frauen kommen und gehen sehen – nichts für ungut, Maria – und wir sind zusammen gereist.
Wir haben auch dunkle Zeiten miteinander durchgestanden, so ist es nicht. Wir haben gestritten – Gott, was haben wir gestritten –, doch wir haben uns auch immer wieder vertragen. Wir haben berufliche Rückschläge erlitten und geliebte Menschen zu Grabe getragen – aber wir waren füreinander da. Und nach jeder miesen Zeit kam schließlich eine bessere. Häufig sogar eine verdammt gute.

Wir sind beide Eltern geworden und – wie verrückt ist das denn? – unsere Kinder verstehen sich prächtig. Teilweise auch schon seit über zwei Jahrzehnten. Der Gedanke daran, dass unsere Freundschaft in ihnen weiterbesteht, überwältigt mich. Das zeigt, was für eine besondere Freundschaft wir, Reiner und ich, haben. Eine Freundschaft, die allen Widrigkeiten trotzt und jedes Hindernis überdauert – sogar die Zeit selbst.

[Pause]

Bisher habe ich es ganz gut hingekriegt, mich nicht zu verhaspeln, oder? Vielleicht sollte ich zum Ende kommen, bevor sich das ändert. Also halte ich jetzt – wie Reiner es sagen würde – einfach die Backen. Bloß eins noch:

Ich wünsche dir zu deinem 50. Geburtstag nur das Beste, mein Freund. Mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen, heute wie an jedem weiteren Tag deines Lebens.

Trauerreden

Ich weiß nicht, wie oft ich mich mit Theodor in die Haare bekommen habe, weil er zu spät nach Hause gekommen ist. Wobei „in die Haare bekommen“ nicht ganz passt, denn selbst wenn mich die Wut gepackt hat, war er die Ruhe selbst. Ganz egal, ob das Essen längst kalt geworden war oder ob wir bei Bekannten erwartet wurden, er entgegnete mir gelassen, dass es unhöflich gewesen wäre, den netten Herrn im Park abzuwimmeln, den Gesängen der Vögel keine Aufmerksamkeit zu schenken oder – und das schlug für mich dem Fass den Boden aus – die frühe Vormittagssonne nicht angemessen zu genießen.

Sicher sind einige von euch mit dem Stadtpark vertraut. In der Nähe des kleinen Spielplatzes, unweit vom unteren See steht eine einzelne Bank. Das war sein Stammplatz. Von Frühling bis Herbst war er dort fast täglich anzutreffen, sofern das Wetter mitspielte. Er beobachtete die Enten, denen er oft unsere Brotreste – oder was er als Reste interpretierte – mitgebracht hatte, die Spaziergänger und Jogger, die vorbeikamen, oder lehnte sich zurück und genoss einfach nur den Augenblick.

Vor einigen Tagen habe ich dem Park einen Besuch abgestattet und saß eine Weile auf der Bank – auf seiner Bank. Es klingt bestimmt verrückt, doch es fühlte sich an, als hätte sich die Stimmung an diesem normalerweise so idyllischen Ort verändert. Es herrschte weniger reges Treiben, die Vögel sangen leiser und eine zarte Wolkendecke sorgte dafür, dass das Licht der Sonne nur verhalten auf den Boden fiel. Ich stand auf, ging ans Ufer und beobachtete die Enten.
Ich fragte mich, ob sie wüssten, dass Theodor gegangen war. Dass ihr vermutlich treuster Freund nie wieder mit einem großzügigen Stück fast frischen Brotes auftauchen würde. Ich fragte mich, ob den Joggern, den Kindern, die regelmäßig mit ihren Eltern den Spielplatz besuchten, oder den Spaziergängern auffallen würde, dass der ältere Herr mit dem freundlichen Lächeln nicht mehr erschien … doch auch wenn ich mir dessen fast sicher bin, spielt es im Grunde keine Rolle.

Es ist nicht wichtig, ob Unmengen von Menschen um einen trauern. Viel wichtiger ist es, wie man denen in Erinnerung bleibt, die einen kannten – und wer Theodor wirklich kannte, der weiß, was für eine bemerkenswerte Persönlichkeit die Welt verloren hat.
Theodor war der zuvorkommendste Mensch, dem ich je begegnet bin. Er war nicht nur stets gelassen, sondern vermochte es außerdem, diese Gelassenheit an seine Mitmenschen weiterzugeben. Theodor hat das Leben geliebt – und ich habe Theodor geliebt. Natürlich schmerzt der Abschied ungemein, doch bin ich auch dankbar, über drei Jahrzehnte an der Seite dieses Mannes verbracht haben zu dürfen – völlig egal, wie oft das Essen kalt geworden war oder wir zu spät kamen. Nach meinem Ausflug in den Park war ich übrigens selbst nicht pünktlich zu Hause.

Wo auch immer du jetzt bist, in Gedanken bin ich bei dir. Und – obwohl sie es nicht ausdrücklich gesagt haben – ganz liebe Grüße von den Enten.

Mach es gut, Theodor – mein Ehemann und Ruhepol.

Sonstige Reden

Zu Beginn meiner Rede möchte ich das Wort speziell an die neuen Mitglieder des Vereins richten, welche heute zum ersten Mal einer unserer Weihnachtsfeiern beiwohnen. Traditionell leite ich als Vorsitzender diese Veranstaltungen mit einem kleinen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate ein, ehe wir das Buffet eröffnen. Solltet ihr eure Entscheidung, den heutigen Abend hier zu verbringen, in den nächsten fünf Minuten infrage stellen, lasst euch gesagt sein, dass das sagenhafte Catering – für das erneut die Mannschaft vom Restaurant Seeblick verantwortlich zeichnet – es wert ist, durchzuhalten.

Nachdem das geklärt wäre, heiße ich euch alle ganz herzlich willkommen: Schön, dass ihr so zahlreich zur diesjährigen Weihnachtsfeier des SV Sommerbach erschienen seid.

Was für ein Jahr, nicht? Wir durften Erfolge vermelden, von denen wir früher kaum zu träumen gewagt hätten, und mussten Niederlagen verkraften, die teilweise besonders bitter schmeckten.
Nach dem fulminanten Saisonauftakt unserer Handball-A-Jugend zum Beispiel hätte wohl niemand damit gerechnet, dass wir am Ende auf einem der hinteren Plätze landen würden. Dafür konnten wir beim Fußball glänzen. Die Jungs unserer Reservemannschaft haben sich erstmals in der langen Geschichte des Vereins den Titel des Bezirksmeisters geholt und unsere Seniorenmannschaft schaffte es in der Kreisliga auf den zweiten Platz. Ich denke, das ist einen kurzen Applaus wert!

Doch nicht nur die Sportler mussten dieses Jahr schwitzen, auch das Team von Herrn Meier hat sich mächtig verausgabt. Allen Widrigkeiten wie krankheitsbedingten Personalausfällen und Lieferengpässen bei den Baumaterialien zum Trotz haben seine Leute dafür gesorgt, dass die Eröffnung unseres neuen Pavillons am Waldstadion planmäßig am 30.06. stattfinden konnte. Noch einmal vielen Dank dafür!

Seit dem Sommer strahlt unsere Heimspielstätte nun ein wesentlich moderneres Flair aus. An dieser Stelle möchte ich mich daher außerdem bei der Gemeinde Sommerbach bedanken, die dieses Bauprojekt zu großen Teilen getragen hat.

Des Weiteren gilt mein Dank allen Helfern, die im Vorfeld der heutigen Feier ihr Bestes gegeben und damit ein Ambiente gezaubert haben, in dem man es sich durchaus gutgehen lassen kann. Besonders erwähnen möchte ich Nadine Schäfer, die mit der Koordination des Ganzen betraut wurde, sowie Marco Ristic, der hier vor Ort den Aufbau überwacht hat.
Es ist schön, Menschen an seiner Seite zu wissen, die mit genauso viel Herzblut bei der Sache sind wie man selbst. Aus diesem Grund brenne ich auch nach dreizehn Jahren im Vorstand noch für das Vereinsleben.

Womit wir zum letzten Punkt auf meiner Liste kommen, nämlich zu euch. Die beste Organisation, die vermögendsten Geldgeber, die beeindruckendsten Örtlichkeiten – all das wäre bedeutungslos ohne die passenden Mitglieder. Mitglieder, die mit ihrer Sportbegeisterung und ihrem Engagement den Verein am Leben erhalten. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass jeder einzelne von euch zum Fortbestehen des SV Sommerbach beiträgt. Und nicht nur das: Ihr seid maßgeblich an der Weiterentwicklung des Vereins beteiligt. Jeder Mensch ist einzigartig – und wenn sich viele einzigartige Menschen zusammenschließen, dann entsteht etwas, das sogar noch größer ist als die Summe seiner Teile.

Ich wünsche allen Anwesenden einen grandiosen Abend. Habt Spaß und feiert, was das Zeug hält – ihr habt es verdient! Außerdem bitte ich euch, euch am Buffet nicht zurückzuhalten. Gelegenheiten, überflüssige Pfunde loszuwerden, werden wir im nächsten Jahr zur Genüge haben.

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch!

Meine Damen und Herren,
sehr geehrte Schulleitung, liebe Lehrkräfte,
werte Eltern, liebe Geschwister, liebe Verwandte und Freunde
und – ganz besonders – liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

als Elternvertreter des Abiturjahrgangs möchte ich zu Beginn meinen Glückwunsch aussprechen. Trotz der ungewöhnlichen Umstände, auf welche ich noch genauer eingehen werde, haben sämtliche Abiturientinnen und Abiturienten dieses Jahrgangs das Abitur bestanden. Ich denke, ich spreche im Namen aller Eltern, wenn ich sage, dass ich mächtig stolz auf euch bin – und ich hoffe, ihr selbst seid das ebenfalls. Nun sollt ihr für eure bemerkenswerten Leistungen der vergangenen Jahre entlohnt werden.

Es mag euch nicht bewusst sein, aber das Abschlusszeugnis, das ihr heute entgegennehmen werdet, zeugt von mehr als nur von hervorragenden schulischen Leistungen. Obendrein zeugt es davon, dass ihr einen langen und mitunter beschwerlichen Weg hinter euch gebracht habt, auf welchem ihr von Kindern zu jungen Erwachsenen herangereift seid. Einen Weg, den man nicht einfach so nebenbei geht. Ihr habt Ausdauer, Selbstvertrauen, Flexibilität und vor allem Zielstrebigkeit bewiesen. Für euren weiteren Lebenswandel sind diese Eigenschaften möglicherweise sogar bedeutender als die guten Noten, die ihr regelmäßig nach Hause gebracht habt. Ich hoffe, ihr verzeiht uns Eltern, dass wir euch das erst heute verraten.

Einen Punkt darf man dennoch nicht außer Acht lassen: Dieselben Noten ermöglichen es euch, eure erworbenen Fähigkeiten in Zukunft auf jede erdenkliche Weise einzusetzen. Der englische Dichter William Blake hat einmal gesagt: „Im Universum gibt es Dinge, die bekannt sind, und Dinge, die unbekannt sind, und dazwischen gibt es Türen.“ – euch stehen alle Türen offen. Ich wünsche mir, dass ihr das niemals vergesst. Nutzt die Chancen, die sich euch bieten. Nutzt sie, um die Welt zu entdecken, nutzt sie, um die Welt zu verändern. Nutzt sie aber vor allem, um eure Erfüllung zu finden. Eines ist mir nämlich besonders wichtig: dass ihr der Stimme eures Herzens folgt – ganz gleich, wohin sie euch führen mag.
Ab sofort wird euer Leben durch wesentlich mehr Eigenverantwortung geprägt sein. Trotzdem – wir als Eltern stehen auch künftig hinter euch. Egal, ob ihr den Fokus auf die Karriere oder die Familie legt, nach Großem strebt oder ein einfaches Leben führen wollt, wir sind für euch da. Wenn ihr auf einem Sportplatz glänzt oder auf der Bühne brilliert, könnt ihr euch sicher sein, dass irgendwo im Publikum eine stolze Mutter oder ein stolzer Vater viel zu laut und euphorisch jubeln wird – und wenn der Jubel euch gebührt, dann schätzt euch glücklich.

Ist euch bekannt, was aus jenem Elternteil spricht? Wahrscheinlich das eine oder andere Gläschen Champagner zu viel, okay … aber darauf möchte ich nicht hinaus. Was ich meine, ist das Wissen um die Widrigkeiten, die ihr in eurem bisherigen Leben bereits gemeistert habt. Nehmen wir eure Schulzeit als Beispiel.
Ohne die Leistungen vorangegangener oder nachfolgender Generationen schmälern zu wollen, gebührt euch größter Respekt. Vor etwa zweieinhalb Jahren hat sich ein kleines Virus in die Mitte unserer Gesellschaft geschlichen und unermessliches Chaos gestiftet. Ihr wurdet aus eurem Klassengefüge gerissen und isoliert, oder ihr saßt bei teilweise eisigen Temperaturen mit Atemschutzmasken vor weit geöffneten Fenstern, während von euch stete Aufmerksamkeit gefordert war. Im Schulgebäude galt es plötzlich, sich in vorgeschriebene Richtungen zu bewegen, und Veranstaltungen, die die Gemeinschaft stärken sollten, wurden zugunsten der Gemeinschaft abgesagt. Und ihr? Ihr habt euch damit arrangiert. Ihr habt euer Ziel im Auge behalten und nicht aufgegeben. Das lässt sich kaum genug würdigen.

Des Weiteren befinden wir uns aktuell inmitten der digitalen Zeitenwende – und ihr habt höchste Flexibilität unter Beweis gestellt. Diese Zeitenwende ging nämlich keineswegs gleichmäßig voran. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem der heute anwesenden Väter vor mehr als sechs Jahren, bei welchem wir darüber philosophiert haben, wie viele Vorteile es mit sich brächte, euch mit Tablets auszustatten. Fünf Jahre und eine Pandemie hat es gebraucht, diesen Wandel loszutreten. Dafür ging es dann Schlag auf Schlag. Ihr habt euch jedoch nicht aus dem Konzept bringen lassen.
Stattdessen habt ihr gezeigt, wie vorbildlich ihr es beherrscht, euch immer wieder auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen sowie in jeder Veränderung etwas Positives zu sehen. In den schnelllebigen und leider auch unruhigen Zeiten dieser Tage sind derartige Eigenschaften wertvoller denn je. Bewahrt sie euch.

ABIos Amigos“ heißt es nun, da zwölf Jahre Schule hinter euch liegen. Bei dem einen oder anderen mag es vielleicht eines mehr oder weniger gewesen sein, aber das spielt keine Rolle. Wichtig sind die Erfahrungen, die ihr währenddessen gesammelt habt, denn diese haben euer Profil geschärft und euch zu den Personen gemacht, die ihr heute seid. Jeder Mensch ist einzigartig und ich hoffe, eure bisherige Bildungslaufbahn hat dazu beigetragen, dass ihr euch eurer persönlichen Talente und Fähigkeiten bewusst werden konntet. Außerdem hoffe ich, dass ihr ungeachtet der Anstrengungen, des Stresses, womöglich auch des Bangens und der harten Abschnitte mit einem Lächeln auf den Lippen an diese bedeutsamen Jahre zurückdenken werdet.

Das Zeugnis, das man euch sogleich überreichen wird, markiert das Ende einer prägenden Ära in eurem Leben, stellt jedoch gleichzeitig den Beginn einer neuen dar. Jetzt wird es richtig spannend – und ihr habt lange auf diesen Moment hingearbeitet.
Ihr habt eine Menge gelernt, habt euch Grundlagen und teilweise schon recht fortgeschrittenes Wissen in unterschiedlichsten Bereichen angeeignet, sodass ihr nun bestens für die Zukunft gewappnet seid. Wir haben euch auf eurer Reise begleitet und eure Entwicklung hautnah miterlebt. Eine interessante, oftmals beeindruckende und immer wieder inspirierende Entwicklung. Darum möchte ich mich abschließend, nachdem ich unseren Stolz bekundet und unsere Glückwünsche ausgesprochen habe, im Namen aller Eltern bei euch bedanken – denn wir konnten unsererseits eine Menge von euch lernen: Vielen, vielen Dank, liebe Abiturientinnen und Abiturienten. Es war uns eine Ehre.

Infos zum Cookie-Banner